Der Grund, mir die Peking Form anzueignen und zu lehren, war eigentlich banal: Ich suchte nach einer Übungsleiterausbildung für die Form nach Cheng Man Ching, die ich bereits gelaufen war, fand aber keine adäquate.

So war ich bereit das zu tun, wogegen ich mich jahrelang gesträubt hatte: Ich wand mich einem anderen Stil zu.

 

Tatsächlich schaute ich mir viele Videos an um meinen für mich zu finden, blieb dabei schnell an den 24 Bildern des Yang Stils hängen.

Eine Form, die noch gar nicht so alt ist: Nach Maos Kulturrevolution wurden die vermeidliche Elite Chinas interniert. Zu dieser Elite zählten auch sehr viele Ärzte, was die Führung des Landes in eine missliche Lage brachte: Entweder den selbsternannten Feinden die Freiheit schenken oder die Gesundheit der Menschen opfern.

Die Lösung sollte heißen: Ein Tai Chi für alle.

Nach vielen Versuchen wurde so die Peking Form etabliert. Diese basiert auf der Langform des Yang Stils, wurde aber vieler Kampfelemente beraubt.

Mao wollte zwar ein gesundes Volk, kämpfen können sollten es sich hingegen nicht.

 

Die Peking Form ist so zusammen mit der nach Cheng Man Ching die meistverbreitete weltweit.

 

Wenn man sich die einzelnen Ausführungen anschaut, fällt auf, dass keine der anderen gleicht.

Viel davon ist der "Abnutzung" durch die Lehrenden geschuldet. Es ist wie bei Stille Post: Am Ende kommt selten das raus, was am Anfang gesagt wurde.

Hinzu kommt der individuelle Charakter der Einzelne: Ein Kampfsportler interpretiert die Form anders als jemand, der vom Yoga kommt. Introvertierte Menschen laufen die 24 Bilder anders als extrovertierte.

Frau vs. Mann. Jung vs. Alt.

So findet Ihr unter LINKS drei grundverschiedene Ausführungen einer Übung.

 

Nach einigen Seiten im Internet, einigen zum Teil irritierenden Telefonaten, fand ich dann schließlich meine Lehrerin: Andrea Schönig aus Kassel. Vom Deutschen Dachverband für Qigong und Taijiquan zertifiziert, erhielt ich so im November 2021 meine Urkunde.

Im August ist zudem geplant, die Taijiquan Lehrerausbildung direkt anzuschließen. Hier wird neben der Langform des Yang Stils auch eine Waffenform gelernt; vermutlich wird es auf das Schwert hinauslaufen, auch wenn ich persönlich die Fächerform interessanter finde.

 

Langfristig gesehen werde ich diese Form dann ebenfalls unterrichten wollen, mir zudem wieder den Cheng Man Ching Stil aneignen.

In welcher Form ich dann mein Wissen weitergebe, steht noch nicht fest. Doch die Ideen sind da, die Pläne groß.

Ein weiteres Thema, das mich interessiert sind Pushing Hands. Das Thema steht gerade brandaktuell auf meiner To-Do-List. 

 

Taijiquan bietet viel: Es fordert körperlich genauso wie mental. Es lässt einen an der Aufgabe wachsen, bietet jedem in seinem persönlichen Rahmen seinen eigenen Weg und seine eigenen Erfahrungen. Oft werde ich gefragt, für wen Taiji geeignet ist. Meine Antwort: Für jeden, der sich darauf einlässt.